Ersteinmal als Erklärung (da ihr das hier in Zukunft noch öfters lesen werdet):
EC = Erlebniscamp
KC = Konficamp
Erlebniscamps sind für Schulklassen und sind in der Regel 3 Tage innerhalb der Woche. Meistens kommen so 3. - 4. Klassen. Offiziell ist es aber für 3. - 7. Klasse ausgeschrieben.
Konficamps sind für Konfirmandengruppen und sind 3 Tage am Wochenende
Also besagtes EC war ein besonderes EC, da es über 5 Tage ging. solche ECs gibt es nur ein paar mal im Jahr. Referent war dieses mal Dani Harter (für diejenigen, die es nicht wissen: der Gitarrist der Band ECHTZEIT). Dieses Camp sollte als Katastrtophencamp in die Geschichte unseres FSJ eingehen.
Ich hatte mit der Gruppe nicht so viel zu tun, da ich nur einen Tag in der Küche war und ansonsten keinen Kontakt zu der Gruppe hatte. Allerdingshabe ich von meinen Mit-FSJlern genug erfahren um zu wissen, dass es nicht gerade ein schönes Camp war.
Das Problem war, dass 2 Lehrerinnen, die nicht zufrieden mit der Örtlichkeit waren, die Harmonie des gesamten Teams zerstört haben. Besagte Lehrerinnen, Eleonora und Uljana (Namen geändert), waren mit nichts zufrieden. Es ging sogar soweit, dass sie für ihre Klasse einen eigenen Esssaal verlangten (obwohl schon 2 vorhanden waren). Dadurch wurde dann auch noch die Küche in das Dilemma hineingezogen, da sie nun Essen für 3 Räume vorbereiten mussten. Ein weiteres Problem war, dass es einen sehr hohen Moslemanteil in der Gruppe war und aufgrund der Umstrukturierung der Essensräume keiner mehr wusste wie viele Muslime in welchem Raum saßen. Eleonora ging sogar soweit, dass sie eine FSJlerin so anschnautzte, dass diese nicht anders konnte, als in Tränen auszubrechen. Daraufhin war natürlich die Gruppendynamik vollkommen im Eimer. Dem Camp wurde vorgeworfen, wir könnten zwar ein bisschen organisieren, aber von der Durchführung einer Klassenfahrt hätten wir keine Ahnung. Wir sollten doch einmal in eine Jugendherberge fahren, damit wir sehen könnten, was man für sein Geld bekommen könnte.
Also ich bin der Meinung, dass man in einer Jugendherberge viel weniger bekommt als hier bei uns. In einer Jugendherberge bekommt man lediglich einen Schlafplatz und etwas zu Essen. die Bespaßung der Kinder muss man selbst übernehmen.
Bei uns jedoch können sich die Lehrer etwas zurücklehnen, denn neben Schlaf- und Essplatz bekommen die Kinder auch noch ein Umfangreiches Programm geboten. In welcher Jugendherberge haben die Kinder die Möglichkeit zu reiten, Colakisten zu klettern, zu basteln, Bogen zu schießen, Volley-, Basket- und Fussball zu spielen und noch dazu ein herrliches Gelände, auf dem sie sich nach Lust und Laune austoben können...
Und die Kinder waren da ganz unserer Meinung. Die Kinder hatten ihren Spaß und haben sich über den Aufenthalt hier gefreut. Nur ihre Lehrerinnen haben die Zeit hier getrübt...
Aber wie gesagt, ich hatte nicht viel mit der Gruppe zu tun. Ich war an einem Tag, es war der Dienstag, in der Küche. dieser Tag wurde dann auch in der Küche zum Disaster. Es war der erste Tag mit den 3 Essensräumen, aber das war nicht das Problem. Das Problem lag im Mittagessen. Auf dem Menüplan stand: Hackbraten mit Ofenkartoffeln. Kein Problem, die Kartoffeln waren nach dem Frühstück schon vorgekocht worden und eine Stunde vor dem Mittagessen kammen wir gutgelaunt in die Küche zurück um den hackbraten noch fertigzustellen.
8kg Hack waren vorhanden, wir packen sie in eine Form und da passiert es: Der Klumpen bricht auseinander und wir sehen, dass er innen drin total braun ist und außerdem auch nicht mehr gut riecht. Das war natürlich der Super-GAU!!! Eine Stunde bis zum Mittagessen und das Hackfleisch ist schlecht!!! Was tun??? zum Glück war Anna gerade in der Metro einkaufen. Rufen wir die doch an, dass sie schnell noch neues Hackfleisch mitbringen soll.
Kurze Zeit später meldet sich anna und sagt, dass in der Metro nur noch 2kg Rinderhack sind der Rest ist mit Schweinefleisch gemischt... Das können wir den Moslems natürlich nicht auftischen. Also ist ein neuer Plan von Nöten. nach einem Blick auf den Speiseplan entscheiden wir uns das Essen für Donnerstag zu kochen. Gyrosgeschnetzeltes. Das Problem ist nur: das Geschnetzelte ist noch tiefgefroren, da es ja für diesen Tag noch nicht vorgesehen war...
Zwischendurch gab es mal noch einen Schock, als Jonas, einer der alten FSJler, der sein FSJ verlängert hat, uns sagte, dass das Hackfleisch nur oxidiert sei. Das Fleisch sei nicht schlecht gewesen sondern nur mit Luft in Berührung gekommen (wir hatten nur erwähnt, dass das Fleisch braun gewesen sei). Das war natürlich ein Schreck: 8kg Hack umsonst weggeworfen? Der ganze Stress umsonst??
Doch als wir ihm dann sagten, dass das Fleisch von außen normal, aber innen ganz braun gewesen sei, räumt auch Jonas ein, dass das nicht mehr normal sei.
Etwas später fällt uns dann auf, dass das Gyros auch noch Schweinefleisch war. Wir hatten also wieder ein Problem mit den Moslems. Darum wurden diese kurzerhand zu Vegetariern erklärt und mussten das Vegetarische Gericht essen.
Im Endeffekt haben wir das Essen noch relativ pünktlich auf den Tisch gebracht. Eleonora hat sich zwar wieder über das Gyros beschwert, aber wir konnten ja nichts dafür.
Alles in allem waren wir froh, als auch das Abendessen vorbei war und wir uns in unsere WGs auf die Couch zurückziehen konnten.
Als das Camp dann vorbei war, wurde nocheinmal betont, dass die Meinungen der beiden Lehrerinnen für uns nicht von Bedeutung sind, da alle anderen Lehrer zufrieden waren. Wir haken dieses Camp als "Episode Uljana und Eleonora" in unserer FSJ-Geschichte ab und blicken vorraus auf das nächste Camp (von dem ich dann morgen noch was erzähle)
Mann, das klingt stressig!Seid ihr eigentlich als FSJler allein in der Küche, oder ist noch anderes Personal dabei, dass euch bei solchen Entscheidungen unterstützen kann? Ich wäre ja total verzweifelt...
AntwortenLöschenin der küche selbst sind wir allein. allerdings ist normalerweise unser geschäftsführer, der sich auch in küchensachen super auskennt, über telefon im büro erreichbar. diese woche war er nur leider in New York und von da aus konnte er uns schlecht helfen... wir haben zwar laut gerufen, aber er hat es nicht gehört...
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